12. Sonntag in Jahreskreis (22. Juni 2008)

Mt 10, 26-33 

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen. 

Die Universität Al-Azhar in Kairo ist die älteste und berühmteste islamische Universität. In der muslimischen Welt ist sie, wie bei uns Katholiken die Glaubenskongregation in Rom. Dr. Mark A. Gabriel, der ehemalige Professor für islamische Geschichte an der angesehenen Universität des Nahen Ostens, hat sich zu Christus bekehrt. Als sein Vater davon erfuhr, versuchte er ihn zu töten. Aber nicht nur er, sondern viele fanatische Muslime haben immer wieder versucht, ihn umzubringen. Der Doktor der islamischen Theologie und jetzt auch Doktor der christlichen Theologie unterrichtet heute an einer christlichen Universität und schrieb als Insider viele Bücher über den Islam und das Christentum. 

Der Titel eines seine Bücher lautet: Islam und Terrorismus. In diesem Buch ist davon die Rede, was der Koran wirklich über das Christentum lehrt. In der islamischen Welt ist es sehr gefährlich, Christ zu sein und besonders, sich zum Christentum zu bekehren. Lassen wir den Koran für sich sprechen: Jene, die den Islam ablehnen, müssen getötet werden. Wenn sie sich vom Islam abkehren, ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet (Sure 4:89).  

Viele unserer Brüder und Schwestern leben im Orient in einer sehr gefährlichen Umgebung. Sie leben in gefährlicher Umgebung und wir in einer gleichgültigen Umgebung. Hier im Westen sind die Zeitungen voll von der Fußball-Europapokal und nur in einer kleinen Mitteilung wird kundgetan, dass hier ein Erzbischof, dort ein Priester und wieder irgendwo mehrere Ordensschwestern wegen ihres Glaubens getötet worden sind. Langsam wird auch bei uns im Westen die Lage bedrohlich sein. 

Was sollen wir machen? Erstens schütten wir vor dem Herrn unser Herz aus für die Gemeinde Jesu im Nahen Osten. Seien wir nicht so gleichgültig. Zweitens sollten die Christen ihren Glauben ernst nehmen und ihre Stimme hören lassen. Wir dürfen nicht dulden, dass einige unter dem Deckmantel der Demokratie die Kreuze entfernen, oder denken wir an das Nikolo-Verbot im Vorjahr. Aber vielleicht kommt nächstes Jahr ein Christbaum-Verbot, nur weil es ein christlicher Brauch ist, unter dem Vorwand der Religionsfreiheit. Werden auch die Glocken verstummen? Wir brauchen uns nicht aufzuregen, in ein paar Jahrzehnten werden die Glocken verstummt sein und der Muezzin fünf Mal täglich zum Gebet rufen. Drittens sollen wir doch nicht naiv sein. Es ist Prinzip der islamischen Theologie: Wenn man nicht in der Lage ist, die Hand seines Feindes abzuhacken, dann soll man sie küssen. (M.A. Gabriel: Motive islamischer Terroristen. Gräfelfing: 2007, 170). Viertens dürfen wir dennoch keine Angst haben. Fürchtet euch nicht - sagt unser Herr – vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Fünfstens dürfen wir nicht vergessen: zwar versuchen uns einige moderne Theologen zu beruhigen, dass wir glauben dürfen, was immer wir wollen, es sei ja Glaubensfreiheit, aber im Gegensatz zu ihrer Lehre, in der sie behaupten, niemand komme in die Hölle, jeder werde das ewige Heil erreichen, sagt Jesus heute im Evangelium: „Wer mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ 

Denken wir heute an unsere Mitbrüder im Osten und beten wir für sie.