Erscheinung des Herrn (06. Jänner 2010)

Mt 2, 1-12 

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.  Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:  Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.  Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige. Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.  Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.  Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land. 
 

     Die Eltern Jesu haben das Kind im Tempel dargestellt, wie es im Mosaischen Gesetz vorgeschrieben steht. Dort wartete ein frommer, gottesfürchtiger Mann auf Israels Tröstung. Als die Eltern mit Jesus angekommen waren, nahm der Greis das Kind auf seine Arme und rief voll Freude aus: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Von dem Kind selbst weissagte Simeon, dass es ein Licht sei, das die Heiden erleuchtet. Diese Heiden waren bereits unterwegs. Das Matthäusevangelium berichtet, dass Sterndeuter aus dem Osten über Jerusalem nach Betlehem kamen, um dem neugeborenen Jesuskind „als König der Juden“ zu huldigen. Waren die Heiden, die gekommen waren, Weise, Magier, Sterndeuter oder Könige? Das wissen wir nicht genau. Heute feiert die Kirche die Erscheinung des Herrn, also das Dreikönigsfest. 

     Krippe und Kreuz nehmen aufeinander Bezug: die Krippe wurde ähnlich wie das Kreuz aus Holz hergestellt. Die Hirten fanden das Kind in der Krippe und neben der Krippe stand Maria. Später wird sie auch beim Kreuz stehen. Die Weisen mussten sich in Jerusalem erkundigen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Nach 33 Jahren wird jeder, der ihn sucht, finden, da ein römischer Heide in drei Sprachen auf das Kreuz schreiben ließ: Jesus Nazarenus König der Juden. Die Heiden brachten dem neugeborenen König Gold, sein eigenes Volk bewertete den König der Juden mit 30 Silberstücken. Die Heiden brachten auch Myrrhe als Geschenk. Die Myrrhe war ein Bestandteil der königlichen Salbung, aber schon im alten Ägypten nutzte man es zur ordnungsgemäßen Bestattung des Leichnams. Die dritte Gabe war Weihrauch. Das Weihrauch-Harz ist ein körniges, getrocknetes Harz, das von herausragenden und vermögenden Personen und zumindest in begüterteren Kreisen im Alltag als aromatisches, desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel und Heilmittel in Gebrauch war. Weihrauch wird auch in verschiedenen Religionen bei Kulthandlungen verwendet. Bei seiner Kreuzigung wurde Jesus verhöhnt: wenn du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuz! 

     Wir sollten uns auch auf den Weg machen und ihn suchen, den neugeborenen König. Wir sind einfache Pilger. Wir kommen mit leeren Händen und bitten und betteln: Herr, fülle unsere leeren Hände, unser leeres Herz und unsere leere Seele, dass wir reich in Gnade nach Hause zurückkehren.