Hochfest der Gottesmutter Maria (01. Jänner 2010)

Lk 2, 16 - 21 
 

So eilten die Hirten hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde. 

     Das Ave Maria ist von Komponisten aller Epochen vertont worden. Weit bekannt ist das sogenannte „Ave Maria von Franz Schubert“. Eine andere berühmte Vertonung stammt von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod. Gounod’s Ave Maria in den katholischen Kirchen zu singen war lange verboten, da er aus dem Text bewusst die Worte „Mutter Gottes“ ausgelassen hat, obwohl der Apostel Paulus, wie wir in der Lesung aus dem Galaterbrief gehört haben, mit ganz klaren Worten verkündet: Als die Zeit erfüllt war, da sandte Gott seinen Sohn, geboren aus einer Frau. Die Bischöfe der Kirche haben im Jahr 431 im Konzil von Ephesos klargestellt, dass Maria nicht nur Christusgebärerin ist, sondern viel mehr, nämlich Theotokos, d.h. Gottesgebärerin. 

     Am Neujahrstag feiert die katholische Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria. Mit Recht feiern wir Sie, da mit der Geburt ihres Kindes, mit der Ankunft des Erlösers, eine neue Zeit begonnen hat. Es ist höchst sinnvoll, dass die menschliche Zeitrechnung die Jahre einteilt in Jahre vor und nach Christi Geburt, auch wenn es bei der konkreten Berechnung offenbar ein Versehen gegeben hat, sodass man annimmt, der Mönch Dionysius Exiguus habe sich etwa um vier Jahre verrechnet. 

     Was wartet auf uns im Neuen Jahr? Auch für die Gottesmutter Maria war die Zukunft kein offenes Buch. Sie wusste nicht, was sie selbst und ihr Kind erwarten würde. Doch legte sie voll Vertrauen alles in Gottes Hände. Genau das ist auch die richtige Haltung für uns zu Beginn des neuen Jahres. Wir wissen nicht, was es uns bringen wird, und doch gehen wir voll Zuversicht und Vertrauen unseren Weg. Es ist nicht allein menschliche Zuversicht, die uns erfüllt, sondern wir haben Hoffnung aufgrund der Zusage Gottes. Im Kind von Bethlehem hat er endgültig Ja gesagt zu uns Menschen, sodass wir voll Vertrauen aufblicken können zu ihm, der uns nie verlässt. Wie Maria wollen wir glauben und vertrauen; dann wird alles recht werden. 

     Ich möchte mit dem aaronitischen Priestersegen, von dem wir heute in der Lesung gehört haben, meinen Neujahrswunsch zum Ausdruck bringen: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.“