4. Sonntag in Jahreskreis (01. Februar 2009)

 Mk 1, 21-28 

     In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen. um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa. 
 

In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Wie dachten die Leuten über die Dämonen zur Zeit Jesu in Israel? Über den Ursprung der Dämonen waren verschiedene Traditionen in Umlauf. Die älteste Meinung ging dahin, dass die Dämonen, die unreinen Geister, die gefallenen Engel sind. Die Menge der unreinen Geister hielten sie unendlich groß. So ist verständlich, dass Jesus, als er das Gebiet von Gadar bereiste, dort die Besessenen traf und mit den Dämonen sprach: „Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele“ (Mk 5, 9). Als Fürst der Dämonen stand an ihrer Spitze Beelzebub. Von ihm sprachen die Pharisäer, als sie hörten, dass Jesus den unreinen Geist austrieb. „Nur mit Hilfe von Beelzebub, dem Anführer der Dämonen, kann er die Dämonen austreiben“ (Mt 12, 24). Die Aufenthaltsorte der Dämonen waren besonders die Wüste, die Ruinen, die Grabhöhle. Der Besessene von Gerasa kam auch von den Grabhöhlen, in denen er lebte (vgl. Mk 5, 2-3). Man dachte, dass die bösen Geister zwar dem Reiche Satans angehören, aber trotzdem in Gottes Diensten stehen, insofern Gott ihnen die Vollmacht gibt, die Strafen auf Erden zu vollstrecken. Sie bringen Plagen und Schädigungen allerlei Art in die Welt. Nach der rabbinischen und volkstümlichen Anschauung übten die Dämonen ihre Bosheiten durch die Menschen aus, die vom bösen Geist besessen waren. Obwohl die Dämonen eine große Macht hatten, gab es dennoch auch verschiedene Mittel, die Schutz gegen die Dämonen gaben. So half Gottes Wort, die Erfüllung seiner Gebote, Beschwörungen usw. Endgültig wird die Macht der bösen Geister in der messianischen Zeit gebrochen werden.  

So ist es verständlich, warum die Evangelisten hervorheben, dass Jesus außer Kranken auch Besessene geheilt hat, und warum sie immer wieder von der Heilung eines Besessenen erzählen. Sie möchten damit betonen, was der Herr selbst sagte: „Wenn ich die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen“ (Mt 12, 28).  

Der Katechismus der Katholischen Kirche spricht noch von Besessenheit. Ist das nicht lächerlich? Kann man noch heute an Besessenheit glauben? Die Civiltà Cattolica (angesehene Zeitschrift der Jesuiten) hat auf einem Kongress eine Studie mit erschütternden Zahlen vorgestellt: ca. 12 Millionen Italiener wenden sich an Kartenleser, Zauberer, Hexer, satanische Sekten... Sie zahlen 100 € für eine Antwort oder einen Rat und mehrere 1000 € für eine Behexung. Das ist ja ein Riesengeschäft. Wie kann man so etwas erklären? Wenn der Glaube abnimmt, nimmt der Aberglaube auch unter gebildeten Leuten zu - sagt Pater Amorth, der Exorzist der Diözese Rom. 

Was können wir tun? Der hl. Petrus schreibt im seinem ersten Brief: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann“ (5, 8). Im Namen Jesu, dem sogar die unreinen Geister gehorchen, beten wir, dass wir vor dem Einfluss des Bösen beschützt werden.