Fest der Heiligen Familie (28. Dezember 2008)

Lk 2, 22. 39-40 
 

Dann kam für sie der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm. 
 

Die Katholische Kirche hält die Familie für das heiligste Institut der Natur. Die katholische Liturgie begeht den Sonntag in der Weihnachtsoktav als Fest der Heiligen Familie. Tagesevangelium war im vorigen Jahr die Flucht nach Ägypten (Lesejahr A), heuer ist es die Darstellung Jesu im Tempel (Lesejahr B) und im nächsten Jahr wird die Wallfahrt der Familie zum Paschafest nach Jerusalem mit dem Aufenthalt des zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lesejahr C) sein.  

In diesem Jahr ist ein Buch erschienen mit dem Titel: Die Fürstin und der Kardinal. Es ist ein Gespräch über Glauben und Tradition. Die Fürstin fragte den Kardinal, was er von der Ehe und der Familie sage? Der Erzbischof von Köln erzählt, dass er eine Ikone kennt, die für ihn immer wie eine Offenbarung ist. Diese Ikone hat zwei Dimensionen: eine vertikale und eine horizontale. Die vertikale zeigt oben am Bildrand Gottvater, darunter die Geist-Taube und ganz unten Jesus Christus als Knaben. An dieser vertikalen Linie steht geschrieben: „sanctissima trinitas increata“ – „die ungeschaffene heiligste Dreifaltigkeit“. Auf der horizontalen Linie stehen neben dem Jesusknaben rechts Maria und links Josef. Darunter steht: „sanctissima trinitas creata“ – „die geschaffene heiligste Dreifaltigkeit“. Damit wird in diesem Bild die Familie zum stärksten irdischen Abbild der Dreifaltigkeit. Für Christen spiegelt Ehe und Familie die Trinität wider. Und die Weitergabe des Lebens durch die Eheleute ist ein Mitwirken an der Schöpfung Gottes (S. 117) 

Da in unserer liberalen Welt ein großer Kampf gegen die Familie gekämpft wird, wurde in Deutschland im Jahr 1971 das Civitas Institut gegründet. Das Institut hat heuer einen Aufruf erlassen. In dem steht, dass seit den Zeiten der sogenannten Aufklärung, in der französischen Revolution und allen folgenden „bürgerlichen“ und kommunistischen Revolutionen, besonders aber heute im Zeitalter der liberalen Globalisierung der Kampf gegen die Familie im Mittelpunkt des Interesses dieser sogenannten „Humanisten“ stand und steht. 

Man war und ist bemüht, mit allen erdenklichen Mitteln die Familie zu zerbrechen:

  • indem man ihr die wirtschaftliche Grundlage entzieht, in Ungarn zum Beispiel dadurch, dass man das Kindergeld mit Steuer belegen will;
  • indem man die Kinder schon kurz nach der Geburt in Kinderkrippen abgeben soll;
  • indem man die Ehescheidung so einfach macht, wie nur möglich;
  • indem man die Abtreibung legalisiert und Verhütungsmittel schon in der Pubertät propagiert;
  • indem man das Wesen der Ehe leugnet und andere Formen der „Partnerschaft“ – homosexuelle Beziehungen – der Ehe gleichstellt und selbstherrlich glaubt, die Ehe neu definieren zu können.
 

Doch weshalb versucht man so intensiv Ehe und Familie zu zerstören?

  • die Familie ist die sicherste Festung gegen den Totalitarismus des Staates;
  • die Familie ist der Garant von Stabilität, Ordnung und Tradition, die den Kräften der permanenten Revolution (auch unter dem netteren Begriff der „Reform“) entgegensteht;
  • die Familie ist das Bollwerk gegen den Zugriff der Kräfte des kapitalistischen Marktes auf die Individuen, die nur noch zu willigen Werkzeugen des Konsums und der geistigen Manipulation gemacht werden sollen;
  • die Familie ist das Bollwerk gegen die Globalisierung, die alle Menschen und Völker der Welt aus sämtlichen Bindungen der Tradition und Kultur herausbrechen und vollständig gleichschalten will, um sie damit dem freien Zugriff der staatlichen, wirtschaftlichen, sozialen Manipulation verfügbar zu machen;
  • die Familie ist das Bollwerk gegen den Atheismus, den Indifferentismus und Relativismus, der Feindschaft gegen die christliche Religion und die Kirche.